Im Projekt "Multimediale Mathematikausbildung für Ingenieure", das vom BMBF gefördert wird, soll ein WWW-basiertes Modul-System entwickelt werden, das die gesamte Mathematikausbildung aller Ingenieur-Studiengänge im Grundstudium umfaßt und kursbegleitend sowohl die Präsenzlehre unterstützt als auch die selbständige, aktive Auseinandersetzung der Studierenden mit der Mathematik fördert.
Durch das veränderte Berufsbild wird der Ingenieur heute noch mehr als früher zum fortlaufenden Dazulernen gezwungen. Er muß daher in der Lage sein, neue (oft mathematisch formulierte) Erkenntnisse aus den Ingenieurwissenschaften anzuwenden, die Sprache der Mathematik also zu verstehen. Umgekehrt muß er ebenso die Fähigkeit entwickeln, praktische ingenieurwissenschaftliche Probleme mathematisch angemessen zu modellieren, also die Sprache der Mathematik zu sprechen.
Eine moderne Mathematikausbildung von Ingenieuren muß daher neben der reinen Vermittlung von Fachwissen verstärkt Gewicht auf Verständnis legen. Angesichts der veränderten Berufsrealität und der frühzeitig notwendigen Vertrautheit des modernen Ingenieurs mit der Umgebung "Mathematik und Computer'' ist dabei der Einsatz multimedialer Methoden mit ihren Möglichkeiten zur interaktiven Auseinandersetzung mit dem Stoff nur folgerichtig.
Drei der größten technischen Universitäten Deutschlands, die RWTH Aachen, TU Berlin, TU München, sowie die Universität Potsdam haben sich mit dem festen Vorsatz zusammengeschlossen, diese Vision der "Mathematikausbildung der Zukunft" Wirklichkeit werden zu lassen.
Der Lernende wird eine graphisch ansprechende und leicht bedienbare Lernumgebung vorfinden, die seinen individuellen Bedürfnissen bequem angepaßt werden kann. Durch eine intelligente Benutzerführung und eine einfach zu bedienende Hilfe soll ein "Verlieren" im Gesamtangebot verhindert werden. Das konsequente Zusammenspiel von Texten, Graphiken, Animationen und interaktiven Elementen soll in spielerischer Weise zum Lernen einladen. Das Verständnis kann regelmäßig in Tests erprobt werden, die frühzeitig helfen, Mißverständnisse aufzudecken. Anhand individuell geführter Übungen kann das erworbene Wissen sofort überprüft und Sicherheit im Umgang damit erworben werden.
Für die Lehrenden sollen komfortable Oberflächen für den täglichen Einsatz erstellt werden. Graphiken, komplexe Animationen und Computersimulationen können dann direkt im Unterricht verwendet werden. Darüber hinaus können auf bequeme Art eigene Materialien bereitgestellt werden.
Zu diesem Zweck sollen die folgenden Komponenten entwickelt werden.